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Aussagen wie »Mach mal 'nen Punkt« oder »Nun komm doch endlich mal zum Punkt« sind so leicht gesagt. Doch aus aktuellem Anlass lässt sich feststellen, es ist gar nicht so einfach ein Ende zu finden.

Denn dem umgangssprachlich genutzten »Punkt« werden unterschiedliche Funktionen zugesprochen. Er beendet einen Aussagesatz. In Drilling-Form mutiert er zu einem neuen typografischen Zeichen, den Auslassungspunkten, auch Ellipsen genannt. Er hilft uns Abkürzungen kenntlich zu machen oder Ordnungszahlwörter mit Ziffern zu schreiben. Er trennt Zifferngruppen bei Preisangaben, Uhrzeiten aber auch Zeichenketten, wie wir das von IP-Adressen oder Ähnlichem kennen.

Doch er dient auch als Unterscheidungszeichen bei Ziffern mit Verwechslungsgefahr, wie bei der 6. und der 9. Nicht nur die Funktionen sind vielseitig, auch seine Darstellung und Bezeichnung variiert. Im Englischen wird er unterschieden in »dot«, »period«, »full stop« und »point«. Er wird im Unicode als kleines Quadrat abgebildet. Als Satzzeichen verschiedener Schriftarten und als vollbreiter Punkt ist er jedoch in Form eines Kreises dargestellt.

Wenn man sich im Raum, in dem man sich befindet, umschaut, so findet man mit Sicherheit mehr als einen Punkt. Mir genügte der Blick auf die Obstschale, gefüllt mit Granatapfel, Roter Bete und Orange. Wieso also aufwendig mit chemisch hergestellten Farben drucken, wenn auch Lebensmittel gute Punkte drucken können?

Selma-Lotta Richter