U+0261E

Im Unicode wird dieses Zeichen »Weiße nach rechts zeigende Hand« genannt und signalisiert »Notiz« oder »Schau her«. Es wird auch als Fingerzeig, Druckerfaust oder Manikul bezeichnet, was von dem lateinischen Wort Manikula stammt und soviel wie »kleine Hand« bedeutet.

Das Manikul hat seinen Ursprung im Mittelalter und lässt sich das erste Mal in handschriftlichen Manuskripten aus dem 12. Jahrhundert wiederfinden. Es stellt die Hand eines Lesenden dar, den Zeigefinger, dem das Auge folgt. Aufgrund seiner sehr menschenähnlichen Form war das Manikul leicht zu erkennen und nur schwer als etwas anderes als ein Zeigefinger interpretierbar. Es lenkt die Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Stelle des Textes, kann den Titel kennzeichnen oder auf eine bemerkenswerte Passage hinweisen.

Später, in der Renaissance wurde das Manikul oftmals sehr verspielt und mit kunstvollen Manschetten versehen dargestellt. So lässt sich anhand des Ärmels die Mode der Zeit erkennen. Eine Vielfalt an Stilen und Ausführungen entstand. Sogar eine Variation mit mit fünf Fingern und einem Daumen wurde entworfen.

Auch nach der Verbreitung des Buchdrucks konnte sich das Manikul als Form eines handschriftlichen Kommentars und zur Kennzeichnung von Anmerkungen halten.

Heutzutage begegnet uns der ausgestreckter Zeigefinger auf den Bildschirmen. Als Emoji Variante gibt es ihn in verschiedene Richtungen zeigend und anders als sein Original den Handrücken abbildend. Für einen auffälliger Blickfang wird er als Mauszeiger eingesetzt, um auf Internet-Links aufmerksam zu machen.

Leoni Hommel