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B

In der protosinaitischen Urform stellt das B, der erste Konsonant in unserem Alphabet, den Plan eines Hauses mit Ausgang dar. Etwas weit hergeholt, aber tatsächlich hatte die optische Form des Bs nichts mit dem B unseres heutigen Verständnisses zu tun. Es war eckig und ja, es hatte auch eine art Tür. Der phönizische Begriff des Bs war »Bet« und bedeutete, man kann es sich schon denken, »Haus«.

Mal sah der Buchstabe Bet eckig aus, mal rund, mal schwungvoll, je nachdem welches Schreibwerkzeug verwendet wurde.

Am ähnlichsten ist unser heutiges B dem Buchstaben der Griechen, welche ihn »Beta« nannten.

Es wir auch vermutet, dass die Phönizier ihre Zeichen mit den Anfangsbuchstaben der Namen der ihnen wichtigsten Objekten abgeglichen haben. Ein Beispiel dafür ist der Begriff »Bethlehem« (hebr. Haus des Brotes). Im Kyrillischen lässt sich dies ebenfalls wiederfinden. B ist dort aus dem altslawischen Zeichen für Buche gebildet.

Und auch die germanische Rune für B hieß »Berkanan« (Birkenreis).

Das B lässt sich heute an sämtlichen Orten wiederfinden.

In der Physik und Naturwissenschaft ist es das Formelzeichen für magnetische Flussdichte, der Gleichstromverstärkungsfaktor beim Bipolartransistor (komplex aber nachvollziehbar) und für das Element »Bor«.

In der Musik steht es für »Basso«, dem Bass und damit der tiefen Stimmlage und der Tonart B-Dur.

Ein bescheidener Buchstabe mit vielen Bedeutungen.

Emily Grawitter