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Die Hieroglyphe des Neumonds ist nur eine von unzähligen und gehört zu einer der unterschiedlichen Varianten des ägyptischen Kalenders. Wichtig für den Neumond sind der bürgerliche Kalender und der Mondkalender.

Der bĂĽrgerliche Kalender bezog sich auf das Sonnenjahr und die Jahreszeiten und bestand aus drei Jahreszeiten mit jeweils vier Monaten. Jeder Monat hatte 30 Tage.

Ein Jahr des bürgerlichen Kalenders begann immer mit dem Aufgang des uns bekannten Sirius-Sterns, im alten Ägypten Sothis-Stern genannt. »Bürgerlicher« Kalender deshalb, weil dieses Jahr Grundlage war für offizielle Datumsangaben, Verwaltung und Steuern.

Der Mondkalender wiederum war wichtig fĂĽr den Ritualdienst und Feste. Die Monate des Mondkalenders orientierten sich an den Mondphasen.

Ein Mondmonat begann immer nach Neumond. Somit begann auch der erste Monat des Mondkalenders mit dem ersten Neumond nach dem Erscheinen des Sothis-Sterns. Es war also auch astronomisch genau festgelegt wann. Zuständig für diese Himmelsbeobachtungen waren die PriesterInnen, welche auch die Funktion der AstronomInnen übernahmen. Sie bestimmten die Monatsanfänge und legten fest wann entsprechende Feste im bürgerlichen Kalender erwartet und gefeiert werden konnten.

Zu Neumond wurde das Amun-Re-Fest gefeiert um den König der ägyptischen Götter zu huldigen. Es begann immer am ersten Neumond des ersten Monats der warmen Jahreszeiten (auch die »Zeit der Wärme« oder »Schemu-Jahreszeiten« genannt). Es dauerte an bis zum vierten Tag des ersten Neumonds.

Der Mond wird von der Gottheit Thot repräsentiert, welcher der Sage nach 3000 Jahre lang friedlich über Ägypten regierte und dann als Mond in den Himmel aufstieg. Dort allerdings zehrte ein Dämon von ihm, weshalb er oft ausgezehrt und nur wenig zu sehen war. So erklärte man sich die verschieden Mondphasen. Da sich im Mondkalender alles nach den Mondläufen bewegt, ist Thot auch Herrscher über Zeit und Zeitabläufe, sowie Lehrer und Erfinder der Schrift und Künste.

In der Hieroglyphe ist deutlich die Mondsichel zu erkennen und schaut man sich Fotos von Neumonden an, so ist dieser kaum simpler abzubilden als durch einen Kreis, der sich vor den Mond schiebt und seine Sichel entstehen lässt.

Emily Grawitter