U+00120
Ġ

Der lateinische Großbuchstabe G mit übergesetztem Punkt ist ein Glyph, wessen Bezeichnung kaum komplizierter sein könnte, doch schriftlich mit absoluter Klarheit punktet. Abstrakter ist nur der ihm zugeordnete Unicode U+00120.

Als Kenner*innen des lateinischen Schriftsystems erscheint uns Ġ fast ausgesprochen »gewöhnlich«, doch nur die wenigsten sind sich seiner Bedeutung bewusst. Denn Ġ (phonetisch dʒ, dsch) ist Teil des maltesischen Alphabets und ist daher insbesondere im maltesischen Archipel verortet. Maltesisch bzw. »Malti« entstammt einem arabischen Dialekt Ägyptens und zählt zu den semitischen Sprachen - die einzige der Europäischen Union! Jedoch ist der romanische Einfluss erheblich, nicht zuletzt erkennbar am lateinischen Alphabet. Nur eben um wenige charakteristische Sonderzeichen erweitert, darunter auch Ġ. Neben dem Ġ/ġ besitzen Ċ/ċ sowie Ż/ż jene gepunktete Diakritika. Maltesisch zeichnet sich außerdem durch seine willkürliche Wortreihenfolge aus und durch seine semitische Morphologie - sprich aus primär drei Silben bestehenden Wörtern.

Ġ wird ansonsten in der Transliteration für Arabisch, Kyrillisch, Armenisch und Inupiaq (Inuit-Dialekte Alaskas) verwendet. In selteneren Fällen ist Ġ auch in der phonetischen Transkription oder gar in alt-tschechischen sowie alt-gälischen Texten zu finden.

Heute ist Maltesisch neben Englisch die offizielle Amtssprache des mediterranen Inselstaates. Es besteht die Annahme, dass die maltesische Sprache zu etwa gleichem Anteil im Inland sowie im Ausland gesprochen werde, was der enormen Emigrationswelle in den 1950er und 60er Jahren zugeschrieben wird. So soll sie besonders in den Vereinigten Staaten, im Vereinigten Königreich, in Australien sowie in Kanada vertreten sein.

Coco Lobinger