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Die Cree-Schreibung ist im Vergleich zur gleichnamigen Sprache noch sehr jung. Erst vor knapp 200 Jahren entwickelte sie sich; vor allem angetrieben durch James Evans. Letzterer war ein nach Kanada emigrierter Missionar, welcher in Zusammenarbeit mit den in Kanada und nördlichen Vereinigen Staaten lebenden Cree und Ojibwa ihre Sprache in Zeichen goss.

Cree wird in Silben geschrieben, wobei es vier Hauptvokale gibt, die jeweils in eine andere Himmelsrichtung (Norden, Süden, Osten, Westen) weisen. Alle weiteren »Syllabics« ordnen sich sternförmig um die vier Hauptrichtungen (Großvater-Richtungen) und weitere vier Eckrichtungen (Großmutter-Richtungen) an.

»Mwe« ist eine Silbe, die - wie ihre Form schon angibt - in südöstliche Richtung zeigt und ist die rechte obere Ecke der acht Richtungen.

Sie ist außerdem gekennzeichnet durch einen Punkt an der rechten, langen Seite, welche den Konsonant der Silber »Mwe« angibt.

Zwar ist die Cree Sprache - und folglich deren Schreibung - fester Bestandteil der indigenen Kultur, jedoch schwand der Wortschatz und -umfang mit der Kolonialisierung Kanadas, der Assimilation und dem Völkermord von First Nation, Inuït und Métis. Mit jeder Generation, meint Reuben Quinn, ginge eine Silbe verloren.

Umso wichtiger ist es, dass wir den indigenen Völkern zuhören und ihrer Sprache sowie Kultur Raum geben.

Carmen Draxler