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Als Valerie Sutton sich mit 15 Jahren zum Merken von Tanzchoreografien kleine Strichfiguren aufs Papier kritzelte war ihr nicht bewusst, dass sie den Grundstein für ein überaus wichtiges Schriftsystem legte: dem »SignWriting«. Die Amerikanerin studierte in Kopenhagen und inspirierte durch ihre Aufzeichnungen. Durch diese entwickelte sich aus der bestehenden Gebärdensprache ein piktogrammhaftes Zeichensystem, welches die Position von Hand, Kopf und Körper sowie dessen Bewegungen festlegte. Es ist also ein Schriftsystem, dass (ohne Inhalte oder Bedeutung zu vermitteln) jede Bewegungen und Haltungen beschreibt, die man braucht um nonverbal mit der Gebärdensprache zu kommunizieren.

Es ist außerdem das einzige Schriftsystem dieser Art, dass sich international durchgesetzt hat und weitläufig den Bedürfnissen unterschiedlicher Landessprachen angepasst wird. Verwendung findet sie nur vereinzelt für beispielsweise Newsletter. Schon häufiger wird Sutton’s SignWriting für Untertitel auf YouTube genutzt.

Die Zeichen sind durch ihren piktografischen Charakter leicht zu entziffern. Einmal geschrieben, lassen sich die Bewegungen leicht nachempfinden. So ist eine geballte Faust als Quadrat dargestellt, gefüllt bzw. ungefüllt bestimmt sie welche Handseite dem*der Sprechenden zugewendet ist und Lücken geben an, in welcher Verbindung die Hand zum Untergrund steht.

Das gedruckte Zeichen lässt sich also wie folgt entziffern: Die Hand ist geballt (Quadrat), zur Seite gedreht (halbe Füllung) und parallel zum Boden (Lücke). Probier es aus! Vielleicht erkennst du, wo sich diese Haltung in dem Druck wieder findet.

Carmen Draxler