U+0232C

Der Benzolring gehört zu dem Unicodeblock der verschiedenen technischen Zeichnungen. Der Ring, auch Kekulé-Strukturformel genannt, ist das chemische Symbol für Benzol.

Benzol ist ein flüssiger, organischer Kohlenwasserstoff. Es besitzt einen charakteristischen, aromatischen Geruch, ist farblos, leicht entzündlich und brennt mit stark rußender Flamme. Der Lichtbrechungsindex von Benzol stimmt mit dem von Fensterglas überein. Ein Glasstab, der in Benzol eingetaucht wird, ist daher nahezu unsichtbar.

Ursprünglich wurde Benzol bei der Koksproduktion für die Stahlindustrie erhalten. Heutzutage wird es meist durch Raffinerieprozesse als Nebenprodukt bei der Benzinherstellung gewonnen. Benzol ist ein wichtiger Baustein für die petrochemische Industrie, der globale Bedarf lag 2013 bei über 40 Millionen Tonnen pro Jahr. Seine Derivate und Folgeprodukte werden vielfältig zu Farben, Arzneimitteln, Insektiziden und Kunststoffen für verschiedene Industrien weiterverarbeitet. Ebenfalls ist es in Motorenbenzin enthalten.

Über die korrekte Strukturformel des Benzols herrschte lange Uneinigkeit. Erste Vorschläge wie die Prisman-Struktur stellten sich als falsch heraus. Einer Legende nach kam der deutsche Chemiker August Kekulé der Einfall für den Benzolring im Traum. Er träumte von einer Schlange, die sich selbst in den Schwanz biss. Kekulé beschreibt dies in seiner Rede zum 25-jährigen Jubiläum des Benzolrings 1890.

Carla Baumeister