U+02870

Die Braille-Schrift wird von Blinden und Sehbehinderten genutzt. Sie wurde 1825 von dem 16-jährigen Louis Braille entwickelt, der selber durch einen Unfall in der Werkstatt seines Vaters erblindete. Sie baut auf die für militärische Zwecke verwendete »Nachtschrift« auf, die aus einem System von Punkten und Silben besteht. Das Braille-Alphabet, die Braille-Zahlen und die Braille-Interpunktions- und Sonderzeichen werden in einem Raster aufgebaut und wie die sechs Punkte auf einem Würfel dargestellt. Aus diesem Raster können 64 verschiedene Kombinationen erstellt werden. Die Schrift stellt nicht nur Buchstaben, sondern auch Zahlen, Satzzeichen und sogar Musiknoten dar. Jedes Land besitzt seinen eigenen Punktschriftcode. Es gibt allerdings auch einige gemeinsame Codes, wie den »Unifies English Braille Code« und den »European Braille Code«. Die Schriftzeichen sind dreidimensionale, fühlbare Erhöhungen auf Papier oder Karton, die von hinten in das Papier gepresst werden. Durch die Anordnung der Punkte erinnert mich das Braille-Alphabet an Sternenkonstellationen. Das »Ä« ähnelt zum Beispiel dem Sternzeichen des Widders und das »O« an die Konstellation eines Schildes.

Anouk Marie Felscher